Neckar, mi amor . . .

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wann habe ich dich zum letzten Mal für so lange verlassen? Das ist schon viele Jahre her. Fast schon eine Ewigkeit lebe ich in deiner Nähe . . . dabei sollte ich dich gar nicht so mögen. Als Kind hab ich in einen deiner Zuflüsse gepinkelt und du hast dich gerächt: ohne geringste Schwäbischkenntnisse musst ich das Gedicht „Dr Neckar“ vortragen. Du hast unser Freibad und unsere Spielplätze überflutet. Ich hatte Angst vor deinem Zorn.

Aber im großen und ganzen war es immer schön bei dir . . . hab an deinen Ufern gespielt, bin durch dein Wasser gewatet, hab auf dich auf Eis überquert. Du gabst mir Ruhe auf deinen Kiesbänken und nahmst schon viele meiner Tränen auf und trugst sie fort aus meiner Trauer.

Nun aber flieg ich zu deinen Geschwistern in Südamerika, wilder und gefährlicher als du sollen sie sein. Und so herzlich, dass sie ganze Länder umarmen nähren. Ich schau sie mir an und wenn ich zurückkomme, und dein Eis getaut ist, die Trauerweiden knospen in frischem Grün, dann setze ich mich zu dir und erzähl von ihnen…

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Ein Gedanke zu „Neckar, mi amor . . .“

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