Sacsayhuamán

Wartet noch jemand auf einen Bericht von Machu Picchu? Ja? Ich auch! Denn selbst werde ich da nicht hingehen. 250 € lassen sich sinnvoller ausgeben. Und billiger wird es auf keinen Fall, eher teurer. Die Inka müssen doch noch andere schöne Spuren hinterlassen haben…
Haben sie. Zum einen wurde uns Ollantaytambo empfohlen. Das liegt 60 km von Cusco weg. Nachdem es aber doch recht kalt und regnerisch war, entschieden wir uns, einfach das zu besichtigen, was uns Cusco zu bieten hat. Wenn es dann regnet oder zu kalt wird, hat man sich schnell in Sicherheit gebracht und ist nicht zu sehr enttäuscht.
Cusco hat gleich vier solcher Anlagen oben auf den Hügeln über der Stadt. Die gesparten 250€ konnten wir entspannt in eine Taxifahrt investieren. Ein paar Minuten später waren wir schon oben und erstanden uns ein Tagesticket für 70 Soles, das entspricht ca. 20€ für alle Anlagen. Und wir waren binnen Minuten oben. Wir betraten die Anlage bei leichter Bewölkung in 3.600 Meter Höhe. Das sollte bis zum Verlassen der Anlage Konsequenzen haben. Dazu später…

Mir fielen gleich die grasenden Alpaka ins Auge, sodass die hohen Mauern der Inka in den Hintergrund meines Interesses traten. Zottiges langes Fell und den Kopf immer im Gras arbeiteten sie sich wie Rasenmäher vorwärts. Man konnte sich ihnen wirklich bis auf Berührung nähern, das störte sie gar nicht.
Gleich hinter den grasenden Tieren führte eine in den Fels gehauene Treppe einen Hügel hinauf, aus dem der Fels tonnenförmig herausragte. Bis zu einer solchen Höhe ragte der Fels hervor, dass er eine herrliche Rutsche bildete. Ich konnte nicht verhindern, dass auch ich zweimal auf dem Hosenboden runterrutschte. Ein herrliches Vergnügen!
Von dort oben hatte man schon einen gigantischen Ausblick über ganz Cusco und den umgebenden Bergen. Auf einem benachbarten Hügel thront eine Christusfigur wie in Rio. Dort marschierten wir hinüber. Wir mussten einen schmalen Pfad hinauf, der sich durch das Gebüsch wand. Oben angekommen hatten wir einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt. Von rechts kamen immer wieder Flugzeuge aus den Wolken gebrochen und man sah sie auf die Stadt herniedersinken und landen. Wir blieben nicht lange, es sah nach Regen aus. Als liefen wir den Pfad wieder hinunter und rauf auf die Ruinen, die wir zuvor ausgelassen hatten. In einem Zickzack waren die Felsen angelegt und ragten als hohe Mauer auf. Mehrfache gab es trapezförmige Durchgänge, wie sie für die Inka typisch sind. Ich bestaunte mal wieder die Kunstfertigkeit, mit der diese Mauern gebaut wurden. Lückenlos sitzen die Felsen auf Felsen. Man könnte sie einfach einzeln mitnehmen, wären sie nicht so schwer.
Am Ende der Anlage lege ich mich auf die Grasfläche und genieße die wärmenden Strahlen der Sonne. Hab meinen Kopf die ganze Zeit schon bedeckt, seit die Sonne rausgekommen ist. Die Sonne brennt mir heiß auf die Beine, die ich entblößt hatte, damit ich nicht allzu käsig nach Hause komme. Aber die Hitze ist unangenehm. Auch der Kopf spannt gewaltig und schmerzt.
Im Hotel werfe ich einen Blick in den Spiegel und bin entsetzt: die Kopfhaut sieht aus wie eine Pizza ohne Belag, nur rote Soße und Käse blubbern da oben. Offenbar habe ich diese „Höhensonne“ nicht ertragen, die hier durch die Wolken dringt. Nervös hole ich mir Rat ein und erstehe in der Apotheke einen grünen Glibber, der meinen Kopf mit Aloe Vera kühlt. Ab jetzt verlasse ich das Zimmer nur noch mit dicker Schicht Sonnencreme, auch bei Regen . . .

Machu Picchu schau ich mir auf YouTube an.

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