Asunción die Hauptstadt

2017/18 Villarrica/Paraguay

Samstag 13. Januar

Dieses Wochenende verbringen wir in Asuncion. Am Samstagabend sind wir hier angekommen. Den Tag hatten wir in Capiatá verbracht. So das wir mit einem Stadtbus in die Hauptstadt hineinfuhren. Einheimische hatten uns schon gewarnt, daß auf der Zufahrt an der neuen Strecke für den Metro Bus gebaut wird. Die ganze Strecke ist aufgerissen. Zuerst haben wir einen der neueren aber auch teureren Busse erwischt. IMG_20180114_123937000Ich hatte mir vorher auf Google Maps den Weg zum Hotel Westfalia herausgesucht. So saßen wir mit dem Handy im Bus und haben den Fahrweg mitverfolgt. An der passenden Stelle sind wir dann umgestiegen. Um aber zur nächsten „Haltestelle“ zu kommen mussten wir eine Brücke überqueren die etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dann der nächste Bus. Normalerweise hätte ich gedacht er ist auf dem Weg zum Schrottplatz. Aber nein er fuhr noch mit Fahrgäste. Jetzt sind wir im Hotel Westfalia angekommen. Haben auch ein sehr…

Ursprünglichen Post anzeigen 904 weitere Wörter

Advertisements

Restaurantes

2017/18 Villarrica/Paraguay

Man möchte ja auch Mal ins Restaurant gehen. Was ist da möglich? Früher war das einfacher, es gab nur drei Möglichkeiten. Heute ist das etwas anders. Es haben eine Vielzahl von Restaurants und Pizzerien eröffnet. Trotzdem sind wir bisher meist beim Altbewährten geblieben.

• Danycar an der Plaza
• Hotel Restaurant Paraiso
• Pizzeria Tío Rubio
• La Tranquera

Danycar ist ein Restaurant an der Plaza de los héroes. Es ist ein einheimisches Restaurant und bietet auch für den europäischen Geschmack gutes Essen an. Die günstigste Lage an der Plaza und das gleich daneben befindliche Eiscafe Marimer macht es für Neuankömmlinge attraktiv. Man kann im Freien sitzen und dem geschäftigen Treiben genussvoll zuschauen. Preise für 2 Personen ca. 10 €.

IMG_20171213_124747449Das Hotel Restaurant Paraiso wird seit ca. 12 Jahren von einem deutschen Paar betrieben. Es gibt neben einheimischen Essen auch deutsche Küche. Es hat nur einen Nachteil, wenn du kein…

Ursprünglichen Post anzeigen 198 weitere Wörter

Take the long way home

Von Anfang an begegneten sie uns überall. Während sie in Deutschland brav am Flughafen, Bahnhof oder vor dem Hotel warten, machen sie ab Paraguay Jagd auf dich – die Taxis.
Kaum bist du aus dem Flieger, erwischen sie dich, noch bevor du deinen Koffer hast. „Taxi, Taxi!“ schallt es von allen Seiten. Billige Ausreden wie: „Otra dia!“ lassen sie nicht gelten.
Oder auf der Straße – da wirst du von ihnen beinahe überfahren, so jagen sie dich! Du kannst dich verkleiden, so gut du willst. Sie finden und erkennen dich. Und fahren dich über den Haufen, wenn du nicht sofort einsteigst. In Paraguay sind sie ja noch gut getarnt, kaum zu unterscheiden von den anderen Fahrzeugen. War es in Peru schon etwas besser – die Taxis hatte etwas deutlichere Schilder und hupen dich an – konnte man sie in Argentinien schon zweifelsfrei erkennen. Sie sind schwarz, haben ein grünes Dach und sogar ein Lichtsignal an der Frontscheibe: LIBRE in grün für ein freies Taxi.
Genau so eines suchten wir, nachdem wir aus dem Hotel in Buenos Aires ausgecheckt hatten. Normal kein Problem, machen die doch fast 50% des Straßenverkehrs aus. Einfach an den Straßenrand stellen . . . und wenn so ein Gefährt in Sicht kommt, winken. Also ganz einfach. Nur – es war kaum eines zu sehen. Standen wir ungünstig? Die paar Taxis, die wir sahen, waren alle besetzt. Gekonnt fuhren sie an uns vorbei. Wir winkten, wedelten, sprangen auf die Fahrbahn. Keine Chance: die Straße hatte gut 4 Spuren und sie fuhren einfach in der Mitte.
Endlich hielt einer an und marschierte an uns vorbei. Wir wagten ihn anzusprechen, weil wir doch dringend zum Flughafen wollten. Nein, desculpa, ich muss hier nur mal auf Toilette! Weg war er . . . Gibt’s das? Dann wieder ein. Wir rissen schon die Türen auf. „Kann man bei ihnen auch mit Kreditkarte zahlen?“ – „Pesos“ – „oder mit Dollars?“ – „Pesos!!!“. Für die paar lausigen Pesos die wir noch hatten, hätte er uns spätestens auf der Mitte der Avenida rausgeschmissen. Also nix! Schon braust er davon.
Es dauert eine ganze Weile, bis endlich wieder einer hält. Wir fragen ganz vorsichtig . . . Dollars? „Siiiiii“ – wir trauen unseren Ohren kaum und verstauen die Koffer schnell und werfen uns ins Fahrzeug. Schnurstracks geht es raus zum Flughafen unten am Meer, das platt und ruhig da liegt, als wäre es die Rollbahn. Wir bezahlen tatsächlich in Dollar und bekommen jede Menge Pesos raus. Soviel, dass wir damit wieder in die Stadt fahren könnten. Zu spät, denn jetzt müssen wir auf den Flieger Richtung Heimat.

Aeroparque

Hm, um genau zu sein, erst mal nach Cordoba. Das liegt auch in Argentinien. Dort haben wir dann 3 Stunden Layover, also Zeit, auf den Anschlussflug zu warten. Wir überlegen, was wir in den 3 Stunden machen, während unsere Koffer schon auf dem Band verschwinden. Erst mal müssen wir aber hier warten. Und warten. Wir warten schon lange. Viel zu lange. Am Gate treibt sich Personal rum, die aber ungern Auskunft geben. „Bitte bleiben sie sitzen. Sie werden aufgerufen!“.
Das Flugzeug sollte schon 10 Minuten in der Luft sein. Da ist es schwer, einfach zu warten, bis man aufgerufen wird. Ständig kontrollieren wir die Anzeigetafeln: Gate 11. Und an Gate 11 steht BUENOS AIRES – ON TIME. Nur dass die Time schon abgelaufen war.
Wir reden uns mehrfach ein, dass schon alles ok ist. Was nicht stimmt. Die Uhr läßt uns die 3 Stunden Wartezeit in Cordoba schmelzen. Ok, 2 Stunden genügen auch noch. Hm, 1,5 Stunden werden knapp. Endlich läßt man uns an Bord! Wir schnallen uns an und signalisieren unsere Bereitschaft, sofort abzuheben – schliesslich wollen wir in Cordoba ja mindest einen Kaffee trinken. Die Pesos hätten wir ja.
Aber dann wird das Flugzeug erst mal betankt. Ja, so ein Abflug kommt eben immer etwas überraschend. 😉
Als wir schliesslich mit 1,5 Stunden Verspätung abfliegen, entspannen wir uns langsam. Es gibt einen leckeren Rotwein an Bord und ich schlummere sanft vor mich hin.

Cordoba

Schon landen wir in einem kleinen – einem sehr kleinen – Flughafen. Flugplatz wäre ungerecht, dazu ist er doch etwas zu groß. Das Innere der Halle überrascht mich – leer, sauber und aufgeräumt. Schnell gugg ich auf meiner App, ob wir nicht versehentlich in der Schweiz gelandet sind . . . nein, es ist definitiv Cordoba. Das Cordoba in Argentinien. Irgendetwas stimmt hier nicht. Aber wir freuen uns über diesen Flughafen und gehen direkt zum Kaffee über. 3 Stunden wären hier bestimmt nett gewesen. Von der Kaffeebar aus sehe ich, wie ein Mädchen Ausdruckstänze zu Klaviermusik vorführt, während sie von 2 Leuten gefilmt wird. Nett!
Der Kaffee ist flughafentypisch so teuer, dass die Pesos fast wieder weg sind. Auch gut! Das kann mich schon mal nicht mehr belasten. Die Pause hat gut getan und ist auch schnell vorbei. Ein bisschen Internet hat die Zeit schnell überbrückt. Ruckzuck sitzen wir im Flugzeug Richtung Heimat. Richtung – nicht nach Hause! Richtung heißt, nach Brasilien, São Paulo. Dort Zwischenstopp von fast 2 Stunden. Und diesmal sind wir richtig pünktlich. Naja, bei dem ordentlichen Flughafen nicht anders zu erwarten.

São Paulo

Auf dem Flug nach Brasilien passiert nichts späktakuläres. Unten die Landschaft, oben der Himmel. Dazwischen wir, lesend, trinkend, schlummernd oder aus dem Fenster starrend. Südamerika zieht vorrüber, als zöge jemand die Landkarte unter mir weg. Adios ihr Anden, adios ihr Mango, Papaya, Guave und Alpaka. Es keimt Freude auf zuhause auf.
Der Flughafen in São Paulo ist so riesig, dass die Zeit exakt reicht, um rechtzeitig zum Boarding am Gate zu sein. Das Warten findet im Stehen statt. Eine riesige Boing wartet auf uns und entsprechend auch der Andrang. Irgendwann sitzen wir eingekeilt in der mittleren Viererreihe in den beiden Mittelsitzen. Ein Traum! Nicht!
Kurzer Check mit dem iPad – ich kann hier definitiv das Ding nicht aufbauen: Ablage zu kurz, Schreibposition erlaubt kein Ausklappen der Ellbogen. iPad ist gestrichen. Dafür wartet vor mir ein Display mit Spielen auf mich. An Bord gibt es auch noch ein Abendessen und später ein Frühstück. Dazwischen versuch ich zu schlafen. Günther tauscht mit seinem Nebensitzer aus logistischen Gründen der Platz und ich sitze wach neben 2 Siebenschläfern. Wie machen die das?
Irgendwann kippe ich nach vorne und lege meine Stirn auf den Vordersitz ab. Und schlafe ein! Sofort! Eine neue Position entdeckt. Genial. Allerdings nix für dauerhaft. Trotzdem gelingt es mir, hier und da zu schlafen und ein gewisses Pensum zu erreichen. 12 Stunden geht das so. Und ich muss nicht auf Toilette. Darüber triumphiere ich noch, als wir schon zum Sinkflug ansetzen. Die Anschnallzeichen leuchten auf, Toiletten sind tabu. Da rumpelt es in mir. Und ich schaff es nicht bis zur Landung. Definitiv. Ich stolpere hinter zum freundlichen Steward und bekomme die Erlaubnis zu tun, was ich tun muss. Allerdings ist schon alles abgeschaltet und verräumt. Reden wir nicht darüber. Die Gesundheit geht vor.

Steward

Übrigens der Steward. Der war der Knaller. Ein etwa 40jähriger Brasilianer, vor ein paar Tagen das letzte Mal rasiert. Groß, kräftig und immer zu Scherzen aufgelegt. Für jeden hatte er einen Spruch parat und wechselte ein paar nette Worte. Vorzugsweise in dessen Sprache, wenn er sie rausbekommen hatte. Irgendwo saß ein Russe und er hatte ein paar Brocken für den. Für den Inder hinter mir auch. Mich nahm er auch auf die Schippe und ich freute mich über so viel Aufmerksamkeit. Bitte liebe Fluggesellschaften: nur noch solche Leute und schickt die bei dem in die Schule!

Frankfurt

Hey, das war schon der letzte Flug. Über einen Tunnel geht es in die Verliese des Frankfurter Flughafens. Schon wieder interessiert sich jemand für meinen Pass. Für mein Gepäck. Das zieht sich wie Kaugummi. Hunderte von Fingerabdrücken zieren wahrscheinlich schon den Ausweis. Endlich, endlich bekomme ich meinen Koffer wieder. Aber oh weh, in welchem Zustand. Das Rad ist wieder ab. Aber diesmal endgültig. Keiner hat es mit auf’s Band gelegt oder an den Koffer geklebt. Ein Glück sind wir schon fast daheim.
Ich eiere mit dem Dreirad nach draußen zum Fernbahnhof, der glücklicherweise im selben Gebäude liegt. Über die Bahnfahrt gibt es nicht viel zu schreiben – ja, wir mussten auch hier 2 mal umsteigen: in Heidelberg vom ICE auf die S-Bahn und in Mannheim auf eine andere S-Bahn. Die Landschaft draußen wurde vertrauter und schliesslich kam wir sogar in Aglasterhausen an. Der vetraute Geruch ländlicher Luft, sanfte grüne Hügel und Menschen zu sehen, auf die man sich freut. Zuhause!

Buenos Aires

In Buenos Aires landeten wir nach einem ereignislosen Flug von Cusco über Lima. Peru stempelte ein „hasta la vista“ in den Pass und weg waren wir. Die Temperaturen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Bei ca. 6 Grad verließen wir Cusco und kamen bei über 30 Grad in Buenos Aires an. Das Taxi kutschierte uns in das Zentrum von Buenos Aires durch eine Stadt, die an Europa erinnerte. Breite bequeme Straßen genossen wir in einem sauberen Chevrolet-Taxi. Übrigens sind die Taxi hier einheitlich gefärbt, schwarz mit grünem Dach. Das erste Mal in Südamerika, dass ich das sehe.
Am Straßenrand vertraute Bilder: es ist Sonntag und die Leute vergnügen sich im Park. Rechts und links der Straße ziehen sie sich entlang mit schönen ausladenden Bäumen. Menschen grillen, spielen und dösen in der Sonne. Die Bäume stehen zum großen Teil in Blüte. Ich denke spontan: du bist hier in der Akklimatisierungsschleuse nach Europa. Ein gutes Gefühl!
Die enge Sträßchen und hohen Häuser im Zentrum fallen sofort auf. Auch dass hier Fußgängerzone ist. Die letzten Meter ins Hotel mussten wir laufen.

Hotel El Cabildo

Den Eingang zum Hotel verpassten wir zuerst einmal. Der ist so schmal, da ist der Hauseingang zuhause breiter. Der extrem schmale Flur – hier passe ich gerade samt Koffer hin, vorbei kann einer nur per Saldo über mich drüber – wird durch einen vollflächigen Spiegel künstlich verbreitert. Links windet sich eine Treppe nach oben. Geradeaus am Ende des Ganges ein kleiner Schreibtisch mit einem Herrn mit gebügelter Hose, gestreiftem Hemd, Krawatte, Brille und verbindlichem Lächeln. Unser Zimmer ist im ersten Stock. Davor ein Wasserspender mit kaltem und heißem Wasser. Ich juble innerlich – der Wasservorrat ist gesichert.

Cambio

Das kleine Zimmer hat eine Pritsche für mich. Das reicht. Raus auf die Straße! Das Trillern und Hupen, das noch aus Peru nachhallt, ist hier nicht mehr zu hören. Dafür schallt es alle paar Meter „Cambio!“ – „Cambio, Cambio, Cambio; Dolares, Euro!“ Menschen in Zivil stehen auf der Straße herum und bieten Geldwechsel – Cambio – an. Irgendwann muss ich mal tatsächlich Geld tauschen, 10 Dollar gegen . . . ja, gegen wieviel eigentlich? Ich schnappe meine UmrechnungsApp – die sagt, 154 Peso sollte ich bekommen. Tatsächlich bekomme ich 150 von einem Büro, in das uns der Typ schleppt. Ich bin damit zufrieden.
Bei einer anderen Gelegenheit will ich nochmals wechseln. Auf einmal sind die Typen nicht mehr zu finden. Endlich haben wir einen. Der will mir nur 120 dafür geben und reißt mir die 10 Dollar beinahe aus der Hand. Ich bin nicht einverstanden! Da beginnt er zu schimpfen und sich mit einem Geldschein symbolisch den Hintern zu putzen. Ich denke nicht, dass er der richtige ist. Kurz danach der nächste. Der will mir nur 100 geben. Der Kurs stürzt. Egal, so nicht!
Dann kommt uns die glorreiche Idee, 2 Flaschen Wasser zu erstehen, mit den 10 Dollar zu bezahlen und uns den Rest in Peso auszahlen zu lassen. Das war der bisher beste Kurs!
In dem Laden erkennt uns ein Argentinier mit riesigen Muskeln – noch größer als meine – als Deutsche. Über seinem grellen gelben T-Shirt erstrahlt ein breites Grinsen. Auch seine blonde Frau freut sich sichtlich. Er wirft mit ein paar Brocken Deutsch um sich: „Willkommen in Argentina!“, „Wie geht’s?“ Und „Dankeschön“. Dabei freut er sich tierisch. Auf der Straße begegnen wir den beiden wieder. Ich sehe, dass er auf dem Nacken „Gott mit uns“ tätowiert hatte. Auf der Wade den deutschen Reichsadler. Den Spruch fand er toll, weil es um „dios“ (Gott) geht. Ahja!

Stadtbesichtigung

In den 2 Tagen, die wir hier verbringen, besichtigen wir die vier Hafenbecken von Puerto Madera und den Stadtteil La Boca, ein besonders bunter Stadtteil. Die vielen Kilometer, die wir dabei zu Fuß zurücklegen, beweisen, dass das eine riesige Stadt ist und wir nur daran schnuppern. Die Sonne scheint nicht so unbarmherzig und die Stadt Buenos Aires macht ihrem Namen dadurch alle Ehre, dass ständig ein recht starkes Lüftchen weht.

Die Hafenbecken sind riesig lang und es ist nicht sehr viel Betrieb. Yachten liegen im Hafen, in den Restaurants und Cafės treiben sich Menschen rum, im europäischen Stil – sag ich jetzt als Europäer – gekleidet. Radfahrer, Jogger und Skater düsen vorbei. Es ist eine gute Stimmung zum Laufen, Flanieren. Riesige Kräne zeugen davon, dass hier mal früher Frachten verladen wurden. 2 Kräne tragen die Aufschrift VEB Eberswalde – die alte DDR läßt grüßen.
Immer wieder kommen Flugzeuge rein, da in der Nähe ein Flughafen direkt am Meer liegt – der Aeroparque, von dem aus wir unseren Rückflug antreten werden. Die Flieger scheinen durch die hohen Bürogebäude hindurchzufliegen, was ich unbedingt fotografieren muss. Wir kommen an eine große weiße Brücke, die offensichtlich schwenkbar ist. Sie sieht mit ihren vielen Seilen zwischen einem langen schräg aufragenden Pfosten und dem Fußweg wie eine riesige Harfe aus.
Erwähnenswert ist sicher auch das Casa Rosada. Das ist der argentinische Präsidentenpalast am Plaza de Mayo. Evita Péron fällt mir ein und in meinem Kopf singt Madonna „Don’t Cry For Me, Argentina“. Jede Zufahrt ist mit dicken Metallblockaden massiv versperrt, in denen ein kleiner Durchlass gelassen wurde. Schwer gepanzerte Polizeifahrzeuge überall zeugen von Schwierigkeiten. Hier ist es nicht gemütlich. Schnell weiter.

La Boca

<

p dir=“ltr“>Ein Taxi kutschiert uns raus nach La Boca. Kaum sind wir aus dem Taxi raus, sehen wir Unmengen an Menschen vor uns. Lästige Touristen wie wir. Hier wird das Fotografieren und Filmen extrem schwer. Denn das tun hier fast alle. Der Rest wird verführt vom Speise- und Kitschangebot – Souvenirs so weit man sehen kann. Das ist nicht sehr weit bei den engen Gässchen. Aber die sehr bunten Häuschen in knalligen Farben locken uns alle an wie die Fliegen. Wir winden uns einen Weg durch die Massen. Man kann sich hier mit einer spärlich bekleideten Tangotänzerin so knispen lassen, dass es aussieht, als könne man tanzen. Ich widerstehe dem Fake und umtänzle die 4-5 Station gekonnt. Wenn ich mich etwas abseits halte, kann ich sogar fotografieren und hab keine Menschen drauf. Keine Verkaufsstände mit x Gemälde, groß und klein. In einer Seitenstraße, eher einem kleinen Fußweg zwischen Gebäuden und Gleisen, werden tonnenweise Fleischbrocken auf einen ächzenden Grill geworfen. Der Rauch steigt auf und verströmt einen lockenden Duft. Irgendwann werden uns die Menschen zu viel und wir lassen uns vom Taxi zurück in die Stadt bringen. Das vertraute „Cambio!“ wirkt geradezu beruhigend nach dem Gedränge und Geschubse. Zeit, hier nach etwas Essbarem zu suchen . . .

Sacsayhuamán

Wartet noch jemand auf einen Bericht von Machu Picchu? Ja? Ich auch! Denn selbst werde ich da nicht hingehen. 250 € lassen sich sinnvoller ausgeben. Und billiger wird es auf keinen Fall, eher teurer. Die Inka müssen doch noch andere schöne Spuren hinterlassen haben…
Haben sie. Zum einen wurde uns Ollantaytambo empfohlen. Das liegt 60 km von Cusco weg. Nachdem es aber doch recht kalt und regnerisch war, entschieden wir uns, einfach das zu besichtigen, was uns Cusco zu bieten hat. Wenn es dann regnet oder zu kalt wird, hat man sich schnell in Sicherheit gebracht und ist nicht zu sehr enttäuscht.
Cusco hat gleich vier solcher Anlagen oben auf den Hügeln über der Stadt. Die gesparten 250€ konnten wir entspannt in eine Taxifahrt investieren. Ein paar Minuten später waren wir schon oben und erstanden uns ein Tagesticket für 70 Soles, das entspricht ca. 20€ für alle Anlagen. Und wir waren binnen Minuten oben. Wir betraten die Anlage bei leichter Bewölkung in 3.600 Meter Höhe. Das sollte bis zum Verlassen der Anlage Konsequenzen haben. Dazu später…

Mir fielen gleich die grasenden Alpaka ins Auge, sodass die hohen Mauern der Inka in den Hintergrund meines Interesses traten. Zottiges langes Fell und den Kopf immer im Gras arbeiteten sie sich wie Rasenmäher vorwärts. Man konnte sich ihnen wirklich bis auf Berührung nähern, das störte sie gar nicht.
Gleich hinter den grasenden Tieren führte eine in den Fels gehauene Treppe einen Hügel hinauf, aus dem der Fels tonnenförmig herausragte. Bis zu einer solchen Höhe ragte der Fels hervor, dass er eine herrliche Rutsche bildete. Ich konnte nicht verhindern, dass auch ich zweimal auf dem Hosenboden runterrutschte. Ein herrliches Vergnügen!
Von dort oben hatte man schon einen gigantischen Ausblick über ganz Cusco und den umgebenden Bergen. Auf einem benachbarten Hügel thront eine Christusfigur wie in Rio. Dort marschierten wir hinüber. Wir mussten einen schmalen Pfad hinauf, der sich durch das Gebüsch wand. Oben angekommen hatten wir einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt. Von rechts kamen immer wieder Flugzeuge aus den Wolken gebrochen und man sah sie auf die Stadt herniedersinken und landen. Wir blieben nicht lange, es sah nach Regen aus. Als liefen wir den Pfad wieder hinunter und rauf auf die Ruinen, die wir zuvor ausgelassen hatten. In einem Zickzack waren die Felsen angelegt und ragten als hohe Mauer auf. Mehrfache gab es trapezförmige Durchgänge, wie sie für die Inka typisch sind. Ich bestaunte mal wieder die Kunstfertigkeit, mit der diese Mauern gebaut wurden. Lückenlos sitzen die Felsen auf Felsen. Man könnte sie einfach einzeln mitnehmen, wären sie nicht so schwer.
Am Ende der Anlage lege ich mich auf die Grasfläche und genieße die wärmenden Strahlen der Sonne. Hab meinen Kopf die ganze Zeit schon bedeckt, seit die Sonne rausgekommen ist. Die Sonne brennt mir heiß auf die Beine, die ich entblößt hatte, damit ich nicht allzu käsig nach Hause komme. Aber die Hitze ist unangenehm. Auch der Kopf spannt gewaltig und schmerzt.
Im Hotel werfe ich einen Blick in den Spiegel und bin entsetzt: die Kopfhaut sieht aus wie eine Pizza ohne Belag, nur rote Soße und Käse blubbern da oben. Offenbar habe ich diese „Höhensonne“ nicht ertragen, die hier durch die Wolken dringt. Nervös hole ich mir Rat ein und erstehe in der Apotheke einen grünen Glibber, der meinen Kopf mit Aloe Vera kühlt. Ab jetzt verlasse ich das Zimmer nur noch mit dicker Schicht Sonnencreme, auch bei Regen . . .

Machu Picchu schau ich mir auf YouTube an.

Stadtbesichtigung Cusco

Wir schaffen es irgendwie über die Straße auf den breiten Fußgängerweg. Hier und da sitzt jemand auf einer der Bänke. Nach einem Brunnen, der außer Funktion ist, gelangen wir unter ein langgezogenes Dach – aus Glas und über die volle Breite. Es ist leicht gebogen und belebt das Straßenbild und bietet Schutz vor dem Regen. Denn mit dem muss man immer rechnen. Unter dem Dach studieren mehrere junge Peruaner gemeinsam einen Tanz ein, der mich irgendwie an die Indianertänze aus dem Fernsehen erinnert.
Ich drehe mich um, die Straße hinunterblickend in Richtung des Königs. Die Berge ringsum reichen in die Wolken. Kleine Häuschen krabbeln bis in die Wolken hinein. Auf den unbewohnten Hügeln gibt es riesige Zeichen, die irgendwie dort in die Natur eingebracht wurden. Zum Beispiel VIVA EL PERU. Oder ein Kreuz. Wie gesagt, gigantische Ausmaße. Die Wolken und die Kälte machen mir bewusst, dass wir hier über 3.000 Meter sind. So hoch liegt in Deutschland nicht mal ein Dorf. Aber das hier ist eine Großstadt mit nahezu 400.000 Einwohner.

Centro Historico

Wir laufen in Richtung Centro Historico, weg vom ernst dreinblickenden König. Sein Blick folgt uns noch lange, während wir irgendwann vom Mittelstreifen runtermüssen, der in einer kleinen Parkanlage endet. Wir entscheiden uns für die Avenida El Sol. Eine große Markthalle präsentiert Unmengen an Shops mit Souvenirs à la Peru. Lamas und Alpaka in allen Größen und Farben, natürlich nur als Figuren, keine echte. Alpaka-Pulli, bunte Taschen, Rucksäcke, Geldbörsen. Decken aus Alpakafell, verschieden gemustert. Schmuck, Edelsteine, Gemälde mit lokalen Motiven. Und historischen, denn die Inkas sind überall in Cusco. Und sie bringen immer noch viel Gold ans Licht – zahlen per VISA, MASTERCARD, AMERICAN EXPRESS, alles kein Problem. Allein diese Halle hat bestimmt 50 Shops, dicht bepackt mit Waren, dass die Ladenhüter kaum zu sehen ist. Wenn sie einen erkennen, stürmen sie gleich winkend aus dem hinteren Eck: „Adelante!“ Immer freundlich und erklären gerne alles. Und traurig, wenn man dann doch nichts kauft. Manche schlafen, dösen oder schauen Fern. Auch Handy ist als Ablenkung beliebt.
An einem Brunnen, der ebenfalls trocken ist und aus einer riesigen blauen Wand besteht, die auf der Rückseite bunt bemalt ist, laufen wir vorbei und der Betrieb auf der Straße nimmt zu. Buntes Getümmel, immer wieder kleine fahrbare Läden auf der Straße mit einem alten Mütterchen dahinter, drin oder daneben. Freundlich zahnloses Lächeln.

Straßenhändler

Wir erreichen bald den Kern, denn die Zahl der Straßenhändler, die vor allem für Touren werben, nimmt zu. „Ello Sir! City Tour?“ oder „Matschu Pitschu, Rainbow Mauntins“. Viele Touren werden einem angeboten. Dabei redet nicht einer alleine. Alle stürmen auf uns los, reden gleichzeitig und schalten sich so gegenseitig aus. Obwohl ich manchmal drauf eingehe – sein Ziel erreicht man über „einfach weiterlaufen und nicht reagieren“ oder ein freundliches Nicken begleitet von einem „No! Gracias“. Manchmal antworte ich auch in Deutsch. Besonders wenn Massagen angeboten werden: „Danke, ich bin gesund“, „Es geht mir gut“. Oder bei Bilderverkäufern: „Mir fehlt jegliches Kunstverständnis“, „Meine Fotos sind besser als deine Bilder“. Am Ende muss man einfach wissen, was man will.

Plaza de las Armas

Wir erreichen den Plaza de las Armas. Namentlich identisch mit dem in Arequipa, hat er nur wenig mit ihm gemein. Er hat einen Brunnen in der Mitte, allerdings unbetäubt (falls das so heißt, wenn es keine Tauben auf ihm gibt). Es tummeln sich hier zahllose Menschen. Er ist rechteckig. Soweit die Gemeinsamkeiten. Schon die Menschen sind ganz andere als in Arequipa: hier sind ganz klar die Touristen tonangebend. Der Brunnen, mit einem wichtigen Inka oben drauf, dient als beliebtestes Fotomotiv, vor dem man sich selbst, Freund, Freundin oder Reisegruppe postiert. Schuhputzer gibt es hier auch, sind aber aggressiver, als die Kollegen aus Arequipa. Sowieso ist Cusco viel aufdringlicher und dadurch weniger genießbar. Auf Moskitos hatte ich mich vorbereitet, aber diese Flut an Händler oder wie man diese Leute nennen will, ist furchtbar. Da hilft kein Mückenspray und es ist zumindest verständlich, warum manche einfach durch die Menschen hindurchlaufen. Reine Überlebensstrategie in der Hoffnung, das andere Ende des Platzes zu erreichen. Sie werfen sich dir vor die Kameralinse, ins Gespräch, dass du gerade führst und wenn du gerade aus einem Restaurant pappsatt herauskommst. Schon will der nächste dich in ein anderes Restaurant zerren. Zum Glück ist es auf dem Platz selbst recht friedlich, denn hier begegnen uns wieder die trillerpfeifenden Polizisten.
Der Platz ist umgeben von kleineren Gebäuden, dicht an dicht. Restaurants und Reisebüros, Läden verschiedenster Art. Fast alle dieser kleinen Häuschen haben einen hölzernen Balkon in blau, braun, gelb. Vereinzelt sitzen dort Leute, trinken, essen. Auf einer Stirnseite eine riesige Kirche in braun, die Iglesia de Compania de Jesus. Zu einem weiteren Gebäude im rechten Winkel dazu führen breit angelegte Treppen, auf denen sich mehrere müde Leute lümmeln oder fotografieren. Das Gebäude ist die berühmte Kathedrale von Cusco. Vor der Kathedrale haben sich mehrere Maler niedergelassen. Auf ihren Staffeleien stehen Bilder – bunt mit knalligen Farben. Mystische Szenen aus dem indianischen, Szenen aus der Stadt, Gesichter. Fertige Bilder stehen an die Staffeleien gelehnt oder liegen auf dem Boden. Überall auf dem Platz schwärmen junge Studenten aus mit Mappen voller Bilder mit eigentlich den immer gleichen Motiven. Sie sprechen die Touristen an und erhöhen damit den „Lärmpegel“, den man hier empfindet.
Entflieht man in die Seitengassen, kann man dem Trubel etwas entfliehen. Die Mauern rechts und links entstammen deutlich der Inkazeit. Unregelmäßig geformt, verzahnen sich die riesigen Blöcke miteinander. Dabei sind sie so sauber gefertigt, dass sie nahtlos aufeinander liegen, keine Mörtel dazwischen. Nicht einmal ein Blatt Papier kann man hier dazwischenschieben. Wirklich beeindruckend.
Es beginnt zu regnen. Wir flüchten in die Arkaden des Platzes und beschliessen, dass wir die Ruinen oberhalb der Stadt besichtigen sollten, die Inkaruinen von Sacsayhuaman.

Ankunft in Cusco

Cusco steht zuerst einmal für Höhe: 3.300 Meter hoch liegt diese Großstadt und ist von hohen grünen Bergen umgeben. Unser Hotel liegt einen kleinen Fußmarsch entfernt vom Busterminal. Auf dem Weg passieren wir eine riesige Statue des Inkakönigs Pachacutec.

Verkehr

Die Straße ist hier mehrspurig, geteilt durch eine breite Fußgängerpassage mit Bänken. Das kleine Hotel Samychai fällt kaum auf, außer dass es eine saubere Fassade hat. Dies trotz des russigen Verkehrs, der sich hier ständig hupend vorbeischiebt. In Cusco fällt mir als kofferrollender Touri eines sofort auf: die Gehwege sind durchgehend vorhanden, unbeschädigt und weitestgehend sauber. Die Autofahrer hupen bei allem, was irgendwie interessant ist. Fußgänger entdeckt – TRÖÖÖÖÖT. Anderes Auto langsamer – TRÖÖÖÖÖT. Zwei Fußgänger – TRÖÖÖÖÖT, TRÖÖÖÖÖT. Den Code konnte ich nicht weiter entschlüsseln.
Obwohl Cusco über Ampeln verfügt – und auch Zebrastreifen – sollen diese nur die Stadt optisch aufwerten und auf internationales Niveau heben. Funktionell sind diese nicht vorhanden, was man gerne als Fußgänger testen darf. Den Kampf wirst du verlieren. Gelegentlich regeln adrett in olivgrün gekleidete Polizistinnen den Verkehr – trotz Ampelbetrieb. Womit klar wird: Ampeln gelten erst unter Polizeischutz. Mit Trillerpfeife wird hier dem Status der Ampel Nachdruck verliehen und Zebrastreifen funktionieren auf einmal. Peru hat eine Lösung für ein weltweites Problem gefunden! Tadaaaaah!

Hotel SamyPchai

Wir treten in die Minilobby des Hotels – kleiner geht kaum. Eine kleine Theke, auf der ein schwarzer 17″ Monitor thront. 1 Couch gegenüber, eine weitere im rechten Winkel dazu. Beide mit braunem Kunstleder bezogen. Wir werden sehr freundlich begrüßt und Zertifikate an der Wand bestätigen, dass Booking.com auch ganz zufrieden mit dem Hotel ist. Höchstbewertung war 8,6. Die Formalitäten sind südamerikanischer Standard und in Kürze geklärt. Schon werden wir durch die Glastüre durch einen kleinen Garten geführt zu einer weiteren Glastüre zu dem angrenzenden Gebäude. 5 Zimmer zähle ich auf die Schnelle – 3 unten, 2 oben. Ein grüner Papagei heißt uns willkommen. Auf Spanisch, wie ich vermute.

Unsere Zimmer liegen im ersten Stock, ich bekomme 201. Frühstück gibt es im Vorraum hinter der Glastüre – mit Blick auf den Papagei. Dort steht auch den ganzen Tag – und Abend – eine 2,5 Liter Kanne mit heißem Wasser bereit samt einer Kisten mit 6 verschiedenen Teesorten in Beutel. Feudal! Mein Zimmer wirkt freundlich: Parkettboden, meterhohe Bettdecken in mehreren Schichten. Die oberste in königlichem Gold-Braun. Ein kleiner Tisch mit Stuhl, ein Fenster zum Flur, respektive Innenhof, eines nach hinten raus, um den Regen zu studieren. Eine Türe führt ins Bad mit großzügiger Dusche, Toilette und großem Waschbecken. Als heavy Elektrogeräteuser zähle ich schnell die Steckdosen durch – 5. Das reicht!
Kurz lasse ich mir den kostenlosen Safe erklären und schon mache ich es mir bequem. Erst mal in Ruhe ankommen, bevor wir die Stadt erobern.