Asunción die Hauptstadt

2017/18 Villarrica/Paraguay

Samstag 13. Januar

Dieses Wochenende verbringen wir in Asuncion. Am Samstagabend sind wir hier angekommen. Den Tag hatten wir in Capiatá verbracht. So das wir mit einem Stadtbus in die Hauptstadt hineinfuhren. Einheimische hatten uns schon gewarnt, daß auf der Zufahrt an der neuen Strecke für den Metro Bus gebaut wird. Die ganze Strecke ist aufgerissen. Zuerst haben wir einen der neueren aber auch teureren Busse erwischt. IMG_20180114_123937000Ich hatte mir vorher auf Google Maps den Weg zum Hotel Westfalia herausgesucht. So saßen wir mit dem Handy im Bus und haben den Fahrweg mitverfolgt. An der passenden Stelle sind wir dann umgestiegen. Um aber zur nächsten „Haltestelle“ zu kommen mussten wir eine Brücke überqueren die etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dann der nächste Bus. Normalerweise hätte ich gedacht er ist auf dem Weg zum Schrottplatz. Aber nein er fuhr noch mit Fahrgäste. Jetzt sind wir im Hotel Westfalia angekommen. Haben auch ein sehr…

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Restaurantes

2017/18 Villarrica/Paraguay

Man möchte ja auch Mal ins Restaurant gehen. Was ist da möglich? Früher war das einfacher, es gab nur drei Möglichkeiten. Heute ist das etwas anders. Es haben eine Vielzahl von Restaurants und Pizzerien eröffnet. Trotzdem sind wir bisher meist beim Altbewährten geblieben.

• Danycar an der Plaza
• Hotel Restaurant Paraiso
• Pizzeria Tío Rubio
• La Tranquera

Danycar ist ein Restaurant an der Plaza de los héroes. Es ist ein einheimisches Restaurant und bietet auch für den europäischen Geschmack gutes Essen an. Die günstigste Lage an der Plaza und das gleich daneben befindliche Eiscafe Marimer macht es für Neuankömmlinge attraktiv. Man kann im Freien sitzen und dem geschäftigen Treiben genussvoll zuschauen. Preise für 2 Personen ca. 10 €.

IMG_20171213_124747449Das Hotel Restaurant Paraiso wird seit ca. 12 Jahren von einem deutschen Paar betrieben. Es gibt neben einheimischen Essen auch deutsche Küche. Es hat nur einen Nachteil, wenn du kein…

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Take the long way home

Von Anfang an begegneten sie uns überall. Während sie in Deutschland brav am Flughafen, Bahnhof oder vor dem Hotel warten, machen sie ab Paraguay Jagd auf dich – die Taxis.
Kaum bist du aus dem Flieger, erwischen sie dich, noch bevor du deinen Koffer hast. „Taxi, Taxi!“ schallt es von allen Seiten. Billige Ausreden wie: „Otra dia!“ lassen sie nicht gelten.
Oder auf der Straße – da wirst du von ihnen beinahe überfahren, so jagen sie dich! Du kannst dich verkleiden, so gut du willst. Sie finden und erkennen dich. Und fahren dich über den Haufen, wenn du nicht sofort einsteigst. In Paraguay sind sie ja noch gut getarnt, kaum zu unterscheiden von den anderen Fahrzeugen. War es in Peru schon etwas besser – die Taxis hatte etwas deutlichere Schilder und hupen dich an – konnte man sie in Argentinien schon zweifelsfrei erkennen. Sie sind schwarz, haben ein grünes Dach und sogar ein Lichtsignal an der Frontscheibe: LIBRE in grün für ein freies Taxi.
Genau so eines suchten wir, nachdem wir aus dem Hotel in Buenos Aires ausgecheckt hatten. Normal kein Problem, machen die doch fast 50% des Straßenverkehrs aus. Einfach an den Straßenrand stellen . . . und wenn so ein Gefährt in Sicht kommt, winken. Also ganz einfach. Nur – es war kaum eines zu sehen. Standen wir ungünstig? Die paar Taxis, die wir sahen, waren alle besetzt. Gekonnt fuhren sie an uns vorbei. Wir winkten, wedelten, sprangen auf die Fahrbahn. Keine Chance: die Straße hatte gut 4 Spuren und sie fuhren einfach in der Mitte.
Endlich hielt einer an und marschierte an uns vorbei. Wir wagten ihn anzusprechen, weil wir doch dringend zum Flughafen wollten. Nein, desculpa, ich muss hier nur mal auf Toilette! Weg war er . . . Gibt’s das? Dann wieder ein. Wir rissen schon die Türen auf. „Kann man bei ihnen auch mit Kreditkarte zahlen?“ – „Pesos“ – „oder mit Dollars?“ – „Pesos!!!“. Für die paar lausigen Pesos die wir noch hatten, hätte er uns spätestens auf der Mitte der Avenida rausgeschmissen. Also nix! Schon braust er davon.
Es dauert eine ganze Weile, bis endlich wieder einer hält. Wir fragen ganz vorsichtig . . . Dollars? „Siiiiii“ – wir trauen unseren Ohren kaum und verstauen die Koffer schnell und werfen uns ins Fahrzeug. Schnurstracks geht es raus zum Flughafen unten am Meer, das platt und ruhig da liegt, als wäre es die Rollbahn. Wir bezahlen tatsächlich in Dollar und bekommen jede Menge Pesos raus. Soviel, dass wir damit wieder in die Stadt fahren könnten. Zu spät, denn jetzt müssen wir auf den Flieger Richtung Heimat.

Aeroparque

Hm, um genau zu sein, erst mal nach Cordoba. Das liegt auch in Argentinien. Dort haben wir dann 3 Stunden Layover, also Zeit, auf den Anschlussflug zu warten. Wir überlegen, was wir in den 3 Stunden machen, während unsere Koffer schon auf dem Band verschwinden. Erst mal müssen wir aber hier warten. Und warten. Wir warten schon lange. Viel zu lange. Am Gate treibt sich Personal rum, die aber ungern Auskunft geben. „Bitte bleiben sie sitzen. Sie werden aufgerufen!“.
Das Flugzeug sollte schon 10 Minuten in der Luft sein. Da ist es schwer, einfach zu warten, bis man aufgerufen wird. Ständig kontrollieren wir die Anzeigetafeln: Gate 11. Und an Gate 11 steht BUENOS AIRES – ON TIME. Nur dass die Time schon abgelaufen war.
Wir reden uns mehrfach ein, dass schon alles ok ist. Was nicht stimmt. Die Uhr läßt uns die 3 Stunden Wartezeit in Cordoba schmelzen. Ok, 2 Stunden genügen auch noch. Hm, 1,5 Stunden werden knapp. Endlich läßt man uns an Bord! Wir schnallen uns an und signalisieren unsere Bereitschaft, sofort abzuheben – schliesslich wollen wir in Cordoba ja mindest einen Kaffee trinken. Die Pesos hätten wir ja.
Aber dann wird das Flugzeug erst mal betankt. Ja, so ein Abflug kommt eben immer etwas überraschend. 😉
Als wir schliesslich mit 1,5 Stunden Verspätung abfliegen, entspannen wir uns langsam. Es gibt einen leckeren Rotwein an Bord und ich schlummere sanft vor mich hin.

Cordoba

Schon landen wir in einem kleinen – einem sehr kleinen – Flughafen. Flugplatz wäre ungerecht, dazu ist er doch etwas zu groß. Das Innere der Halle überrascht mich – leer, sauber und aufgeräumt. Schnell gugg ich auf meiner App, ob wir nicht versehentlich in der Schweiz gelandet sind . . . nein, es ist definitiv Cordoba. Das Cordoba in Argentinien. Irgendetwas stimmt hier nicht. Aber wir freuen uns über diesen Flughafen und gehen direkt zum Kaffee über. 3 Stunden wären hier bestimmt nett gewesen. Von der Kaffeebar aus sehe ich, wie ein Mädchen Ausdruckstänze zu Klaviermusik vorführt, während sie von 2 Leuten gefilmt wird. Nett!
Der Kaffee ist flughafentypisch so teuer, dass die Pesos fast wieder weg sind. Auch gut! Das kann mich schon mal nicht mehr belasten. Die Pause hat gut getan und ist auch schnell vorbei. Ein bisschen Internet hat die Zeit schnell überbrückt. Ruckzuck sitzen wir im Flugzeug Richtung Heimat. Richtung – nicht nach Hause! Richtung heißt, nach Brasilien, São Paulo. Dort Zwischenstopp von fast 2 Stunden. Und diesmal sind wir richtig pünktlich. Naja, bei dem ordentlichen Flughafen nicht anders zu erwarten.

São Paulo

Auf dem Flug nach Brasilien passiert nichts späktakuläres. Unten die Landschaft, oben der Himmel. Dazwischen wir, lesend, trinkend, schlummernd oder aus dem Fenster starrend. Südamerika zieht vorrüber, als zöge jemand die Landkarte unter mir weg. Adios ihr Anden, adios ihr Mango, Papaya, Guave und Alpaka. Es keimt Freude auf zuhause auf.
Der Flughafen in São Paulo ist so riesig, dass die Zeit exakt reicht, um rechtzeitig zum Boarding am Gate zu sein. Das Warten findet im Stehen statt. Eine riesige Boing wartet auf uns und entsprechend auch der Andrang. Irgendwann sitzen wir eingekeilt in der mittleren Viererreihe in den beiden Mittelsitzen. Ein Traum! Nicht!
Kurzer Check mit dem iPad – ich kann hier definitiv das Ding nicht aufbauen: Ablage zu kurz, Schreibposition erlaubt kein Ausklappen der Ellbogen. iPad ist gestrichen. Dafür wartet vor mir ein Display mit Spielen auf mich. An Bord gibt es auch noch ein Abendessen und später ein Frühstück. Dazwischen versuch ich zu schlafen. Günther tauscht mit seinem Nebensitzer aus logistischen Gründen der Platz und ich sitze wach neben 2 Siebenschläfern. Wie machen die das?
Irgendwann kippe ich nach vorne und lege meine Stirn auf den Vordersitz ab. Und schlafe ein! Sofort! Eine neue Position entdeckt. Genial. Allerdings nix für dauerhaft. Trotzdem gelingt es mir, hier und da zu schlafen und ein gewisses Pensum zu erreichen. 12 Stunden geht das so. Und ich muss nicht auf Toilette. Darüber triumphiere ich noch, als wir schon zum Sinkflug ansetzen. Die Anschnallzeichen leuchten auf, Toiletten sind tabu. Da rumpelt es in mir. Und ich schaff es nicht bis zur Landung. Definitiv. Ich stolpere hinter zum freundlichen Steward und bekomme die Erlaubnis zu tun, was ich tun muss. Allerdings ist schon alles abgeschaltet und verräumt. Reden wir nicht darüber. Die Gesundheit geht vor.

Steward

Übrigens der Steward. Der war der Knaller. Ein etwa 40jähriger Brasilianer, vor ein paar Tagen das letzte Mal rasiert. Groß, kräftig und immer zu Scherzen aufgelegt. Für jeden hatte er einen Spruch parat und wechselte ein paar nette Worte. Vorzugsweise in dessen Sprache, wenn er sie rausbekommen hatte. Irgendwo saß ein Russe und er hatte ein paar Brocken für den. Für den Inder hinter mir auch. Mich nahm er auch auf die Schippe und ich freute mich über so viel Aufmerksamkeit. Bitte liebe Fluggesellschaften: nur noch solche Leute und schickt die bei dem in die Schule!

Frankfurt

Hey, das war schon der letzte Flug. Über einen Tunnel geht es in die Verliese des Frankfurter Flughafens. Schon wieder interessiert sich jemand für meinen Pass. Für mein Gepäck. Das zieht sich wie Kaugummi. Hunderte von Fingerabdrücken zieren wahrscheinlich schon den Ausweis. Endlich, endlich bekomme ich meinen Koffer wieder. Aber oh weh, in welchem Zustand. Das Rad ist wieder ab. Aber diesmal endgültig. Keiner hat es mit auf’s Band gelegt oder an den Koffer geklebt. Ein Glück sind wir schon fast daheim.
Ich eiere mit dem Dreirad nach draußen zum Fernbahnhof, der glücklicherweise im selben Gebäude liegt. Über die Bahnfahrt gibt es nicht viel zu schreiben – ja, wir mussten auch hier 2 mal umsteigen: in Heidelberg vom ICE auf die S-Bahn und in Mannheim auf eine andere S-Bahn. Die Landschaft draußen wurde vertrauter und schliesslich kam wir sogar in Aglasterhausen an. Der vetraute Geruch ländlicher Luft, sanfte grüne Hügel und Menschen zu sehen, auf die man sich freut. Zuhause!

Inca Kola

ein kleines Lokal in Cusco, Victoriya y Gloria, hat Alpaka-Urin Inca Kola. Geschmacklich nicht das, wonach es aussieht. Es schmeckt nach Kaugummi und sprudelt leicht. Vielleicht bin ich ungerecht zu den Inkas und es geht hier um die goldene Farbe: Inkagold für die Kehle. Es ist dennoch wohltuend an diesem recht warmen sonnigen Tag. Gegenüber kontrastieren die blauen Balkone schon gegen das Gold.
Übrigens ist das kleine Lokal sogar in TripAdvisor vertreten. Ich geh es mal bewerten. Wollte ein Bild von der niedlichen kleinen Bedienung mit einstellen. Aber sie lehnt kichernd ab. So wirst du nie ein Star, Baby!

Rausschmiss

Villarica will uns loshaben. Definitiv! Am letzten Tag schüttete es wieder. Aber wenigstens über den Nachmittag verteilt.
Mittags erstand ich noch ein traditionelles Hemd. Die Verkäuferin quälte ich mit Anproben und dem weiten Weg zum Spiegel. Aber hier im engen Laden mit zig Hemden, Blusen und Röcken brummte die Klimaanlage – während es draußen schon wieder über 32 Grad hatte. Ich deutete also auf ein Hemd und sie kramte aus Stapeln in meiner Größe raus. Warum hängt sie es eigentlich nicht gleich in meiner Größe hin? 🤔
Irgendwann war das überstanden und wir bahnten uns den Weg durch die Schwüle zum Eiscafé Marimer. Das Mädel presste 2 gigantische Kugeln auf die Waffeln. Dann beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Genauer, wenn du das Café verlässt. Hier 2 riesige Eiskugeln, da 34 Grad Hitze. Und du hast nur 2 Werkzeuge zur Verfügung: ein Miniplastiklöffel und eine längliche Waffelstange. Auf die Plätze, fertig, LOS!

Schnell stelle ich fest, mit dem Löffel verliere ich. Da kommt die Konstruktion ins Wanken und droht, auf die Straße zu purzeln. Wir setzen uns an den Park auf einen Stuhl und ich bringe die Stange zum Einsatz. Mit geschickter Drehung packe ich recht viel Eis. Nach drei Bissen ist die auch weg.
Jetzt Mann gegen Mann. Ich gegen die Sonne. Beim letzten Mal hatte sie vier Treffer auf Hose und Hemd. Ich hatte verloren. Durfte bei der Revanche nicht patzen. Zuletzt hatte ich es mit lecken 👅 versucht. Zu langsam, wie sich herausstellte. Mit großen Bissen saugte ich das Eis ein. Geschmack und Farbe zweitrangig. Kleine Rinnsale an der Waffel mahnten zur Eile. Ich leckte sie weg und biss mich durch. Die Sonne hielt dagegen, rang um jeden Zentimeter. Der Sieg rückte näher! Ich spürte etwas feuchtes am Finger, leckte es auf. Mein Vorsprung wurde größer. Da war ich schon beim ersten Biss in die Waffel. Ich entspannte merklich und genoss die letzten Bisse. Das unterste Ende ließ ich triumphierend in die Kehle gleiten. Ein Blick auf Hose und Shirt bewiesen klar: ich hatte gewonnen.
Ich stolzierte mit lockerem Gang zum Hotel zurück, zog die Badehose an und sprang in den 🏊🏼 Pool. Auf einmal zogen dicke schwarze Wolken ☁️ auf und es goß fürchterlich. Pfui, Sonne, was bist du für ein schlechter Verlierer.
Wir verschwinden hier jetzt nach Peru!

Der Olifaktor

Er hätte mit mir gewettet. Um wieviel? Den Bierverbrauch des ganzen Urlaubs? Egal, ich hätte gewonnen! 👍🏼
Denn ich kenne den Olifaktor, ich bin der Olifaktor! Was ist das? Gleich wieviele Sonnenstunden ein Land normalerweise hat, egal wie oft es normal um die Zeit regnet. Ich hebe die Regel auf.
Für die 14 Tage Paraguay allerhöchstens ein Tag Regen? Ich halte dagegen. Die Wette gilt! Wir haben jetzt schon den fünften Regentag, weitere sind in Sicht. Und mein Biervorrat gesichert. 🍺🍺🍺🍺🍺

Villarica – die reiche Stadt

Quadratisch, praktisch, gut

Das erste, was in Villarica auffällt: die Straßen gehen alle in eine Richtung – geradeaus. Kein Zickzack, keine Kurven, Biegungen, Kreisel. So spricht man hier von quadras. Die ganze Stadt ist in eine Vielzahl von Quadraten eingeteilt. Wie eine Tafel Schokolade.

Üppigkeit

Das zweite, was mir Tag für Tag mehr ins Auge stürzt, ist die üppige Vegetation. Anders als in Deutschland scheint man hier nicht mühsam anpflanzen, gießen und hegen zu müssen. Nutzpflanzen wachsen hier wie Unkraut. Riesig groß die Mangobäume in saftigem Grün. Dicht an dicht hängen die länglichen Blätter herab. Schon aus der Hotellobby heraus sehe ich zwei von den massigen Bäumen. Einen hatten wir gesehen, der hing voller violetter Früchte – zum Anbeißen. Leider ist nicht die Zeit für Mangos – eine Quälerei. Auf die hatte ich mich doch so gefreut.

Stadtbild

Bei einem Spaziergang entlang der Quadrate ändert sich das Straßenbild, je mehr man aus dem Zentrum kommt. Wo zuerst ein Shop nach dem anderen steht, teils sehr modern ausgestattet, werden irgendwann die Shops seltener und . . . sagen wir mal rustikaler. Die bunte Farbe bereits am abblättern, soweit da jemals ein drauf war. Meist wurde auf eine Auffrischung ganz verzichtet. Typisch sind die Rolltore mit einem kleinen Türchen. Immer mehr findet man nun Wohnhäuser die unterschiedlicher kaum sein könnten. Protzige Villen, die dann und wann auch überhaupt nicht zur Umgebung passen, sind ebenso zu sehen wie kleine zurückstehende Häuschen, niedlich, liebevoll gestaltet, mit viel grün. Gelegentlich umzäunt eine hohe Mauer das Gelände, da Diebstahl keine Seltenheit ist. Aber fast immer werden die Mauern von hohen Bananenstauden überragt, deren Blätter im Wind rauschen. Hier und da Papaya.

Der Straßenbelag hat inzwischen von Asphalt zu einer Art Kopfsteinpflaster gewechselt. Das ist nicht etwa glatt und eng zusammengefügt. Die groben rotbraunen Steine liegen verkantet mit größerem Abstand, wirken hingeworfen. Vermutlich sind sie so bei Regen griffiger und dieser kann auch besser ablaufen, ohne dass es rutschig wird. Naja, so ist meine eigene Erklärung. Der Gehweg liegt in der Regel deutlich über der Fahrbahn, teilweise über kleine Treppchen erreichbar. Zwischen Gehweg und der Straße befinden sich meist Bäume, wie Orangen, Pomela, Mango und viele weitere, deren Namen ich nicht kenne. Immer wieder beobachtet man bei den gelbblütigen Bäumen auch Kolibris.

vegetación

Die Bäume genauer anzuschauen, bringt mich zum Staunen. Die Rinde ist meist selbst wieder ein kleines Biotop, das von Flechten, Orchideen und anderen Pflanzen besetzt wird. Hier und da sieht man einen Specht – Pájaro carpintero – mit knallgelber Brust und schwarz-weiß maskiert.
Die Vogelgeräusche sind mir völlig fremd und verstärken den tropischen Eindruck. Meinen Füßen fällt angenehm auf, dass nun inzwischen die Straßen viel breiter geworden sind und der Gehweg ist einer breiten Grasfläche gewichen. Die Gegend ist nun sehr angenehm für’s Auge – nur noch Wohnhäuser in großzügigem Abstand zueinander, keine Läden mehr. Und vor allem – Ruhe. Ab und zu knattert ein Motorrad vorbei, das dann gleich 3 Menschen transportiert. Aber hauptsächlich hat man hier ein friedliches Bild vor sich.
Ich schau mich um, sehe diese Üppigkeit um mich auf allen Etagen, vom Gras, zu den Pflanzen, Büschen und Bäumen, auf denen wieder Pflanzen wachsen. Und mir fällt auf, dass hier der Mensch „seine“ Flächen wohl der Natur abtrotzen muss. Kümmert er sich einmal nicht darum, holt sie sich alles wieder zurück. So drängt sie auch in die bebauten Flächen massiver rein und beeinflusst das Stadtbild wesentlich mehr.

mercados

Entsprechend sind die Märkte schwer bepackt mit riesigen dunkelbraunen Kartoffeln, Maniok – die schmecken ähnlich wie Kartoffeln und erinnern an Kerzen, weil sie einen „Docht“ im Kern haben -, Tomaten, Bananen, Zwiebeln, Pomela, Limonen, Orangen – die hier nicht orange sind -, Kürbissen und vielem mehr. Das Angebot ist gigantisch. Die Marktstände selbst sind meist verbogene alte Bretter auf alten Metallgestellen, teils mit Farbanstrich. Mit carritos – Pferdekarren -, Autos und Transportern wird die Ware angekarrt. Alles läuft chaotisch und in völliger Ruhe ab. Ich höre keinen brüllen oder schreien. Die Ware wird einsortiert und dann setzt man sich hin und widmet sich seinem Tereré.

Parque Manuel Ortiz Guerrero

Im Anschluss an den Markt befindet sich ein Park neben einer Sporthalle. Die Halle ist nicht die neueste, sieht aber imposant aus mit ihrem roten Anstrich auf dem Ziegelstein. Die Bögen, die wohl als Stützen vom Gebäude wegführen, sind ganz in weiß gehalten. Der Park selbst wird beherrscht von einem großen See in unregelmäßiger Form, der aber komplett umlaufen werden kann. Der Pfad ist sehr abwechslungsreich und gibt manchmal das Gefühl, durch einen Dschungel zu laufen, weil auch hier dichter Bewuchs herrscht. Hier gibt es einen bunten Spielplatz, eine Plattform, die in den See hineinragt, eine kleine Halbinsel an deren Ende ein schönes, von einem Schmetterling gekröntes Denkmal, einen Dichter ehrt. Man läuft an einem öffentlichen Bad vorbei, überquert einen Bach, in dem sich kurze, dickliche Fischlein tummeln. Nach 2 riesengroßen Bäumen aber sehen wir etwas total spannendes . . . Tiere, die ich nur aus dem Zoo kannte. Tatsächlich stehen da 2 Wasserschweine – Capybara, hier Carpincho genannt – am Seeufer in halbhohen Pflanzen und fressen genüsslich. Lassen sich nicht stören. Völlig geräuschlos arbeiten sie sich durch ihr Futter. Was für ein Anblick!
Mir schlägt mein Herz höher. Was ist das doch, trotz all der Probleme, die dieses Land haben mag, für eine reichhaltige, fruchtbare und wunderschöne Region. Schützenswert.

 

Wer möchte ein Autogramm?

Heute habe ich definitiv keine Zeit für den Blog. Denn ich muss Autogramme schreiben. Da sich hier die Fans schon mit der Security prügeln, nur mal in Kürze: ich war im Fernsehen, in Paraguay. So erzählte man uns das jedenfalls. Ok, das TV war gleichzeitig mit uns am Flughafen wegen eines paraguayischen Fußballers, der in Deutschland kickt. Angeblich . . . angeblich! 😉 kam ich eher zufällig ins Bild. Pffff, wer’s glaubt!
Ich hab jetzt jedenfalls zu tun . . . wie rum hält man nochmal den Stift? . . .